Fensterbänke

Fensterbänke werden im Hochbau in unterschiedlichen Ausführungen als Innenfensterbänke eingebaut. Sie bestehen im Allgemeinen aus Natur- oder Kunststein, Metall, Holz, Kompaktschichtstoffplatten (Kompaktplatten) oder aus Verbundelementen, basierend auf Holzwerkstoffen, die mit widerstandsfähigen Schichtstoffplatten veredelt und dadurch wirksam gegen äußere Einflüsse geschützt werden. Die Schichtstoffoberfläche ist vergleichsweise hart und kann daher für Bereiche mit hoher mechanischer Beanspruchung eingesetzt werden.

Fensterbänke mit Schichtstoff-Oberflächen zeichnen sich zudem durch hervorragende Eigenschaften aus, lassen sich einfach be- und verarbeiten und bieten eine große Vielfalt an Gestaltungs-, Design- und Einsatzmöglichkeiten:

  • Hervorragende bauphysikalische Eigenschaften (geringe thermische Ausdehnung, hohe Wärmeisolation, geringe Körperschallübertragung, gute mechanische Festigkeit und Beständigkeit).
  • Große Vielfalt in der Formenausführung (von der einfachen, „brettähnlichen“ Ausführung bis hin zur Gestaltung mit unterschiedlich breiten Abkantungen oder Kabelkanälen mit verschiedenartigen Kanten- bzw. Radiusausführungen). Aufgrund der einfachen Bearbeitbarkeit der Werkstoffe lassen sich im Gegensatz zu herkömmlichen Fensterbankmaterialien vielfältige Formen realisieren.
  • Große Vielfalt in Dekor und Design, Designangleich im Innenausbau durch Einsatz des gleichen Oberflächenmaterials (Schichtstoff) möglich. Beispielsweise können Verkleidungen, Arbeitsplatten oder Möbelfronten dekorgleich hergestellt werden.
  • Hervorragende Gebrauchseigenschaften durch den Einsatz eines Schichtstoffes als Oberflächenmaterial: sehr hohe Kratzfestigkeit, hohe Beständigkeit gegenüber Abrieb, sehr gute Fleckenbeständigkeit, hohe Schlag-/Stoßfestigkeit, ausgezeichnete Lichtbeständigkeit und einfache Reinigung sind nur einige der Schichtstoff-Eigenschaften (Prüfung und Eigenschaften sind je nach Anwendung in DIN EN 438 festgelegt).
  • Einfache Be- und Verarbeitung der Fensterbänke: Sowohl Kompaktplatten wie auch Schichtstoff-Verbundelemente lassen sich einfach mit Holzbearbeitungswerkzeugen sägen, fräsen und bohren.

Heizungsgitter und Lüftungsaussparungen sind mit geringem Aufwand zu realisieren. Ebenso einfach gestaltet sich die Montage der fertigen Elemente. Zudem sind besonders Schichtstoff-Fensterbänke aufgrund der im Vergleich zu Materialien wie Stein oder Metall deutlich geringeren Materialdichte leichter, sicherer und einfacher zu transportieren.

  • wegen der verwendeten Materialien Holz und/oder Schichtstoff bzw. Kompaktplatte weist das Produkt ,,Fensterbank“ eine ausgezeichnete Ökobilanz auf. Der Schichtstoff besteht aus dem nachwachsenden Rohstoff Zellulose und unter Wärme ausgehärteten Kunstharzen. Spanplatten oder andere Holzwerkstoffträger bestehen üblicherweise mindestens aus 90 % Holz, also ebenfalls aus einem nachwachsenden und C02-neutralen Werkstoff.

Fensterbänke aus Schichtstoffen auf Holzwerkstoffträgern eignen sich im Innenbereich je nach Ausführung zum Einsatz in Feucht- und Trockenräumen.

Für den Feuchtbereich stehen witterungsbeständige Fensterbänke aus Kompaktplatten, Kompaktformingelementen oder Verbundelementen aus Schichtstoff und quellarmen Trägermaterialien zur Verfügung.

Aufbau einer Fensterbank

Beispiele einiger Ausführungen der Kantenausbildung von Fensterbänken (siehe Abb. 1-5.)

Fensterbänke mit Schichtstoff sind im Regelfall Verbundelemente. Die ausgezeichneten Oberflächeneigenschaften werden durch die Beschichtung bestimmt. Die statischen und feuchtetechnischen Eigenschaften sind dagegen hauptsächlich durch das Trägermaterial (Spanplatte, Kompaktplatte,wasserfest verleimtes Sperrholz) und die Verklebung der einzelnen Komponenten festgelegt. Die rückseitige Schmalfläche kann mit einem Kantenmaterial versiegelt ausgeführt sein. Die seitlichen Schmalflächen sind meist ungeschützt, da die Fensterbänke als sog. Strangware erhältlich sind und individuell auf beliebige Längenmaße zugeschnitten werden. Die Fensterbankunterseite ist je nach Anspruch und Einsatzzweck entweder ebenfalls mit hochwertigem Schichtstoff ausgerüstet oder mit spannungsausgleichenden Gegenzugmaterialien versehen.

Bauphysik

Da eine Fensterbank ein bautechnisches Element darstellt, ist es zur Vermeidung von eventuell auftretenden Bauschäden unbedingt notwendig, bei Planung, Elementebearbeitung und Fensterbankmontagebestimmte Grundsätze zu beachten.

Mechanische Belastung

Die Fensterbank muss je nach Belastungsfall und -grad statisch ausreichend unterstützt werden. Sie sollte auf jeden Fall unter den Fensterblendrahmen eingeschoben sein, da sonst keine ausreichende Kippsicherheit besteht. Wenn das Unterschieben nicht möglich ist, muss z. B. am Fensterrahmen und seitlich in der Laibung ein U- oder L-Profil eingesetzt werden.

Empfohlen wird die vollflächige Auflage der Fensterbank im Mörtelbett auf dem Mauerwerk oder bei Renovierungen auf der alten Fensterbank. Ist dies nicht möglich, ist die Befestigung auf Winkeln, Konsolen oder Latten vorzunehmen (siehe Abb. 6).

Je nach Tragfähigkeit des Materials darf bei der Befestigung ein Maximalabstand nicht überschritten werden. Die folgenden Diagramme dienen als Orientierung bei der Auslegung der Befestigungsabstände bei unterschiedlicher Belastung. Allgemein genügt bei einer 20 mm dicken Fensterbank ein Abstand von 600 bis 800 mm. Der Überstand der Fensterbank nach vorne sollte bei 20 mm dickem Material nicht über 100 mm (bezogen auf den letzten Auflagepunkt) betragen.

Versiegelungstechnik

Durch den Schichtstoffbelag sind Fensterbänke vom Hersteller zuverlässig gegen das Eindringen von Feuchtigkeit bzw. Wasserdampf geschützt. Durch die Bearbeitung entstehen jedoch im Bereich der Kanten, Stoßfugen und Befestigungen immer ungeschützte Stellen.

Die deshalb notwendigen Abdichtungsarbeiten sind daher – wie beschrieben – stets bei der Endmontage der Fensterbank durchzuführen.

Um eine Verschmutzung der Elementeflächen mit Dichtungsmasse zu vermeiden und ein einheitlich breites Fugenbild zu bekommen, empfiehlt es sich, die Fugenränder vor dem Einfüllen des Dichtstoffes mit einem Selbstklebeband abzukleben.

Reinigung und Pflege

Die Oberflächen von Fensterbänken bestehen aus dekorativen Schichtstoffplatten mit den in DIN EN 438 beschriebenen Qualitätseigenschaften. Diese beinhalten auch eine hervorragende Beständigkeit gegen Haushaltschemikalien. Die angesprochenen Qualitätseigenschaften gewährleisten eine lange Nutzungsdauer.

Die Schichtstoff-Fensterbank ist daher vielen anderen in diesem Einsatzbereich verwendeten Materialien überlegen. Ihre fleckenunempfindlichen, geschlossenen Oberflächen können leicht mit allen im Haushalt gebräuchlichen Reinigern gesäubert werden, mit Ausnahme von stark ätzenden, bleichenden oder scheuernden Reinigungsmitteln.

Bohrungen und Ausschnitte

Ausschnitte, Löcher oder Durchführungen, die den Spanplattenträger freilegen, müssen sorgfältig versiegelt werden.

Wegen der zu erwartenden Bewegungen der Fensterbank selbst oder von durchlaufenden Rohren oder Leitungen müssen diese so zentriert werden, dass an jeder Stelle der Durchführung ein Mindestabstand von 2-3 mm gewährleistet ist. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass Kondenswasser an die Spanplatte gelangt.

Grundsätzlich sollten auf der Fensterbank zu befestigende Teile möglichst verklebt werden. Ist die Befestigung nur durch Verschraubung möglich, müssen die entsprechenden Löcher so vorgebohrt werden, dass der Schichtstoff mindestens eine 2 mm größere Bohrung bekommt als der Durchmesser der Schraube beträgt (besser ca. 4 mm größer). Sie ist notwendig, um Spannungen im Material zu vermeiden. Wegen der Gefahr von Feuchteschäden durch Freilegung des Holzwerkstoffträgers ist auf jeden Fall auf ausreichende Abdichtung zu achten.

Montage

1. Montage mit aufgeschraubten Stahlwinkeln

Der Winkel (im Fachhandel erhältlich) wird über Wanddübel am Sims befestigt. Fensterbank auflegen und von unten mit nichtrostenden Spanplattenschrauben befestigen. Wegen der möglichen Längendehnung der Fensterbänke größere Bohrungen bzw. Langlöcher in den Winkeln vorsehen und entsprechende Dehnungsfugen berücksichtigen. Die Dehnungsfuge muss beim Einputzen frei bleiben. Je nach verwendetem Winkel sind Abstände von 600 bis maximal 800 mm möglich. Der Abstand zwischen dem letzten Winkel und dem seitlichen Ende der Fensterbank darf 100 mm nicht überschreiten.

2. Montage unter Putz (verdeckte Befestigung)

Stahlwinkel mit nichtrostenden Holzschrauben an der Unterseite der Fensterbank befestigen. Danach wird die Fensterbank in Putz gelegt und der senkrechte Teil des Winkels über Dübelschrauben am Sims befestigt.

Anschließend wird der Winkel durch Putz abgedeckt. Winkelabstand 600-800 mm maximal.

3. Neue auf alte Fensterbank kleben

Wenn eine alte Fensterbank eine stabile Befestigung und eine ebene, intakte Oberfläche hat, kann eine neue Fensterbank durch Montagekleber direkt auf der alten Fensterbank befestigt werden. In der Regel ist zum Beispiel Sikabond T2 geeignet. Wegen der Vielzahl von Untergründen bitte Klebstoff-Experten befragen. Unbedingt die Fensterbank gegen Kippen absichern, zum Beispiel durch ein am Fensterrahmen aufgeschraubtes Profil.

4. Im Mörtelbett eingelegt

Der Einsatz von Mauerkrallen ist unbedingt erforderlich, da zwischen der Fensterbank-Unterseite und dem Mörtel keine Haftung besteht. Abstand zwischen den Mauerkrallen maximal 60 cm.

Bis zur Aushärtung des Mörtels muss die Fensterbank unter Spannung gehalten werden.

Achtung: Nur geeignet für Fensterbänke bis maximal 200 cm Länge.

5. Befestigung mit Montageschaum

Der Einsatz von Mauerkrallen ist unbedingt erforderlich. Abstand zwischen den Mauerkrallen maximal 60 cm. Bis zur Aushärtung des Montageschaums muss die Fensterbank unter Spannung gehalten werden.

Achtung: Sinnvoll ist der Einsatz von 2-Komponenten-Montageschaum, da dieser bei Feuchtigkeitsaufnahme nicht weiter expandiert. Beim Einsatz von 1-K-Pistolenschäumen ist die Gefahr des Nachdrückens gegeben. Aus diesem Grund ist dieser Kleber nicht unbedingt empfehlenswert.

Diese Befestigungsmethode nur im Trockenbau bei einer maximalen Länge von 200 cm einsetzen, da die geringe Elastizität nur sehr wenig Längendehnung erlaubt.